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Kommentar zur Arbeitsstättenregel ASR A 2.3


Der im Selbstverlag erschienene "Kommentar zur Arbeitsstättenregel ASR A2.3" kommentiert die Erläuterungen der Arbeitsstättenregel, die als Hilfestellung die Umsetzung der Vorschriften der Arbeitsstättenverordnung unterstützen soll.

Der Kommentar geht auf die Unterschiede zur aktuellen Normung und widersprechenden Vorschriften ein. Er bietet Argumente für die tägliche Praxis.

Bezugsquellen können unter  dieser E-Mail-Verknüpfung  erfragt werden.

Fragen und Antworten:

  • Das im Titel dargestellte Zeichen kenne ich nicht. Was hat es zu bedeuten?
    Es zeigt den verzweifelten Versuch eine Tür als "Ausschließlich nur für den Notfall konzipierte und ausschließlich im Notfall zu benutzende Tür" zu kennzeichnen.

  • Bieten Sie auch Seminare zu diesem mir scheinbar doch recht komplexen Thema an?
    Ja. Die Seminare richten sich speziell an die jeweilige Gruppe wie beispielsweise Architekten, Bauherren, Handwerker, Sucherheitsbeauftragte. Die Anforderungen, die auch außerhalb des Arbeitsschutzes an Rettungswege und Notausgänge gestellt werden finden in der Regel besondere Würdigung. Gerne unterbreiten wir Ihnen ein spezielles Angebot.
  • Reicht es denn nicht, die aktuellen Normen zu berücksichtigen?
    Zitat aus dem Arbeitsschutzgesetz:
    § 4 Allgemeine Grundsätze
    Der Arbeitgeber hat bei Maßnahmen des Arbeitsschutzes von folgenden allgemeinen Grundsätzen auszugehen:
    1. Die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für Leben und
    Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung
    möglichst gering gehalten wird;
    2. Gefahren sind an ihrer Quelle zu bekämpfen;
    3. bei den Maßnahmen sind der Stand von Technik, Arbeitsmedizin und
    Hygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen;
    4. Maßnahmen sind mit dem Ziel zu planen, Technik, Arbeitsorganisation, sonstige Arbeitsbedingungen, soziale Beziehungen und Einfluss der Umwelt auf den Arbeitsplatz sachgerecht zu verknüpfen;
    5. individuelle Schutzmaßnahmen sind nachrangig zu anderen Maßnahmen;
    6. spezielle Gefahren für besonders schutzbedürftige Beschäftigtengruppen sind zu berücksichtigen;
    7. den Beschäftigten sind geeignete Anweisungen zu erteilen;
    8. mittelbar oder unmittelbar geschlechtsspezifisch wirkende Regelungen sind nur zulässig, wenn dies aus biologischen Gründen zwingend geboten ist.

    Normen stellen im Regelfall nur die "Allgemein anerkannten Regeln der Technik" dar.
    Der "Stand der Technik" ist international und bezieht sich nicht nur auf nationale Gepflogenheiten.
  • Vielen Dank für die übersichtliche Fluchtwegbreiten-Beispieltabelle. Müssen für besonders schutzbedürftige Personen wie Rollstuhlfahrer größere Werte angenommen werden?
    Wenn diese Personengruppe betroffen ist, sollte man die Fluchtweg-Breiten um 20% erhöhen. Das ist  beispielsweise in Großbritannien geübte Praxis. Als Mindestbreite wird allgemein ein lichtes Maß von 0,90 m angenommen.
  • Wie kennzeichnet man den ersten oder zweiten Fluchtweg?
    Der erste Fluchtweg sollte in der Regel der kürzere sein. Mündet der zweite Fluchtweg an einer Wendeltreppe oder an einem Notausstieg, so sollte die Kennzeichnung diesen nicht bevorzugen. Oft stellt man die Benutzer in der Mitte eines Flures oder an einer Gabelung vor eine Entscheidung, die sie im Notfall objektiv nicht beurteilen können. Woher sollten sie wissen, welcher der kürzere oder der sicherere Fluchtweg ist. Es bietet sich deshalb eine Lösung über die Größe der verwendeten Schilder an. Dabei ist die Mindestgröße bedingt durch den maximalen Betrachtungsabstand als Minimum zu gewährleisten.

    Die Kennzeichnung wurde links unten mit einem inoffizellen Symbol ergänzt, um auch Gehbehinderten und Rollstuhlfahrern eine Entscheidungshilfe zu geben.
  • Das ist genau so wie mit der DIN ISO 9001 usw.. Viel Tamtam um nichts. Es juckt niemanden. Die Ämter für Arbeitssicherheit bzw. Gewerbeaufsichtsämter werden nur auf Anforderung oder Anzeigen aktiv. Warum sollten wir nicht abwarten?
    Spätestens wenn der solvente Mieter mit 10-jährigem Mietvertrag nach zwei Jahren den Mietvertrag begründet fristlos kündigt, wir man wohl wach werden.
    Findige Juristen haben sich auf den kurzfristigen Ausstieg aus ungeliebten Mietverträgen spezialisiert. Neben undefinierten Berechnungsmodalitäten zur Flächengröße kommen immer mehr der Brand- und Unfallschutz ins Blickfeld. Reichen die deutschen Vorschriften zur Argumentation nicht aus, wird auf das übergeordnete EU-Recht verwiesen. Die Gefährdungsbeurteilung obliegt dem Arbeitgeber also in der Regel dem Mieter in einem Geschäftshaus. Diese Gefährdungsbeurteilung muss er eigenverantwortlich mindestens einmal im Jahr durchführen. Da sich oft mehrere Mieter die Verkehrs- und Fluchtwege teilen. Dürften schnell unterschiedliche Meinungen über die Gefährdungen unter den Beteiligten auftreten.
    Entspricht das Gebäude nicht dem Brand- und Unfallschutz, so liegt ein wesentlicher Mangel der Mietsache vor und der Mieter kann gegebenfalls kündigen oder Nachbesserung verlangen. Der Vermieter sollte beachten, dass sich die Anforderungen im Bereich des Arbeitsschutzes verändern und er sich nicht auf Unkenntnis oder Bestandsschutz berufen kann. Dabei kommt es natürlich auf die jeweilige Gestaltung des Mietvertrages an.
    Werden durch Kündigung oder Nachbesserung Kosten verursacht, sucht man nach einem Schuldigen. Die Architekten sind verantwortlich für die Planung, deren Geldbörsen wecken da besondere Begehrlichkeiten. Die Planer versuchen anschließend, die Handwerker mit ins Boot zu holen.
  • Gibt es eine Bestimmung wann Beschläge nach DIN EN 179 bzw. DIN EN 1125 anzuwenden sind?
    Bei der Neulieferung ist man an die Einhaltung der "Allgemein anerkannten Regeln der Technik" angewiesen. D.h. die nicht gerade eindeutigen Angaben der Normen verhindern ein Verständnis für die Anwendung dieser Normen.
    Die italienische Regierung hat daraus ihre Konsequenzen gezogen und Mindestwerte für Personengruppen in einer Verordnung festgelegt.
    Spätesten bis Nov. 2010 sind alle Türen in Flucht- und Rettungswegen entsprechend umzurüsten. Strafen bei Nichterfüllung sind bis zu sechs Monate Haft oder bis zu 4.131 Euro Geldstrafe. Man sieht, dieses Thema wird dort sehr ernst genommen.

Ergänzungen:
  • Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat in seiner Broschüre "Für den Notfall vorgesorgt" dargelegt, dass Türen in Rettungswegen geschlossen (aber niemals abgeschlossen) werden, um eine Brandausbreitung oder Verqualmung des Fluchtweges zu verhindern!
  • Bei der Kennzeichnung von Glasflächen ist auf die Brandschutzeigenschaften des verwendeten Materials Rücksicht zu nehmen.
    Mindestanforderung:
    Schwer entflammbar
    Bei Brand- bzw. Rauschutzbauelementen gelten spezielle Anforderungen.